Über den Film

Die temperamentvolle Jacqueline (Josiane Balasko) genießt ihr komfortables Leben als Witwe in einer beschaulichen Stadt in der Provence. Als ihre 40-jährige Tochter Stéphanie (Alexandra Lamy) von heute auf morgen Job und Wohnung verliert, nimmt Jacqueline sie natürlich wieder bei sich auf. Allerdings wirbelt das liebe Töchterlein ihren sonst so ruhigen Alltag nicht nur gehörig durcheinander, sondern macht es ihr auch reichlich schwer, sich weiterhin unbemerkt mit ihrem Liebhaber zu treffen. Seit vielen Jahren führt die dreifache Mutter eine glückliche Liebesbeziehung mit ihrem Nachbarn Jean, die sie bisher vor ihren Kindern geheim hielt. Nun ist reichlich Einfallsreichtum gefragt, um den neugierigen Fragen ihrer Tochter aus dem Weg zu gehen, denn Jacquelines nächtliche Eskapaden sorgen schon bald für wilde Spekulationen und so manche komische Verwechslung. Als Jacqueline beschließt, Jean ihren Kindern bei einem äußerst turbulenten Abendessen endlich vorzustellen, ist das Familienchaos perfekt.

WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA ist eine wunderbar amüsante Geschichte über den Klassiker aller Generationenkonflikte, den zwischen Mutter und Tochter. Während die sympathischen, mit viel Liebe gezeichneten Figuren von einer komischen Situation in die nächste stolpern, liefert sich das Schauspielerinnen-Duo Lamy-Balasko vor Witz sprühende Wortgefechte, bei denen kein Auge trocken bleibt. WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA – die perfekte Sommerkomödie mit Lachgarantie.

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Wer zieht mit über 40 wieder bei Mama Jacqueline ein?
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Interview mit Éric Lavaine

Wie ist dieses Projekt entstanden?
Der eigentliche Auslöser waren Reportagen zum Thema „Generation Bumerang“. Der Begriff klingt ja an sich eher lustig, aber dahinter verbirgt sich letztlich eine Menge Drama. Früher sprach man ja von der sogenannten „Generation Tanguy“ – also die jungen Leute, die aus Bequemlichkeit viel zu lange bei Papa und Mama wohnen. Inzwischen gibt es im Gegensatz dazu die „Generation Bumerang“, nämlich jene Menschen, die plötzlich gezwungen sind, wieder zu ihren Eltern zurückzukehren. Zunächst betraf dieses Phänomen vor allem Länder in Südeuropa, in erster Linie Spanien – doch inzwischen sind auch schätzungsweise 410.000 Franzosen davon betroffen. Gründe hierfür sind normalerweise Arbeitslosigkeit, Geldsorgen oder eine Trennung vom Partner. Freiwillig kehren diese Menschen jedenfalls nur selten ins familiäre Nest zurück.

Für Sie die Gelegenheit, das Thema Familie aufzugreifen?
In meinem vorletzten Film BARBECUE hatte ich mich ausgiebig mit dem Thema Freunde befasst, diesmal habe ich mir die Familie vorgenommen. Die Tatsache, dass eine 40-Jährige wieder mit ihrer Mama unter einem Dach leben muss, erschien mir als Ausgangspunkt unheimlich spannend. Das ist ein wirklich spannendes Thema, denn wie heißt es im Film: „Natürlich liebt man seine Eltern, aber deshalb sein Leben an ihrer Seite verbringen? Höchstens ein Wochenende!“ In diesem Satz steckt die ganze Ambivalenz der Familie: Sie ist der Ort, an dem so manche alte Rechnungen offen, Dinge verschwiegen und Konflikte ausgetragen werden, und gleichzeitig stellt sie das Fundament des eigenen Daseins dar.

Es ist ein ziemliches Wagnis, eine Komödie über eine 40-Jährige zu drehen, die gezwungen ist, wieder bei ihrer Mutter zu leben, weil sie ihren Job verliert…
Eine weitgehend realistische Geschichte zu erzählen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich dabei nicht auch sehr aberwitzige Situationen ergeben können. Lachen und Weinen liegen doch so nah beieinander. Und das Lachen ist eine großartige Möglichkeit, Gefühle zu transportieren. Auf der anderen Seite besteht natürlich die Gefahr, dass zu viel Lachen die Emotionalität "tötet" und ins Klamaukige abdriftet. Das macht Komödien so komplex. Wir mussten in WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA den Humor sehr genau dosieren, um weiterhin Stéphanies menschliches Drama, ihre Verzweiflung durchscheinen zu lassen.

Sie haben offenbar auch kein Problem damit, sich mit der Sexualität von Senioren zu beschäftigen.
Was mich an der Situation, dass eine erwachsene Tochter wieder bei ihrer Mutter lebt, besonders interessierte, war die Tatsache, dass man sich immer noch wie ein Kind fühlt, wenn man das Glück hat, dass die eigenen Eltern noch leben. Sie bleiben einfach ein Leben lang "Mama" und "Papa", man nimmt da immer einen gewissen Unterschied wahr. Deshalb ist es häufig für die "Kinder" ein Tabu, über die Sexualität ihrer Eltern zu reden. Es ist einfach für viele eine komische Vorstellung, dass auch ältere Menschen ein Liebesleben haben. Diese kindliche Vision, die auch Stéphanie von ihrer Mutter hat, fand ich unheimlich amüsant.

Sie beschäftigen sich daneben auch mit den Konflikten zwischen Geschwistern…
Als ich anfing, mich mit diesem ganzen Thema zu beschäftigen, fiel mir auf, dass die Menschen der „Generation Bumerang“ im Grunde zweifach bestraft werden: Sie werden nicht nur mit ihrem eigenen Versagen konfrontiert – weil es echt erniedrigend ist, in sein altes Kinderzimmer zurückkehren zu müssen –, hinzu kommen nicht selten noch die Geschwister, die es ihnen übelnehmen, dass sie wieder bei Papa und Mama hausen. Da kocht schnell Eifersucht hoch, weil die anderen glauben, man würde die Eltern schamlos ausnutzen.

Dies ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit mit Héctor Cabello Ryes. Wie muss man sich das gemeinsame Schreiben vorstellen?
Normalerweise dient eine Grundidee, die ich spannend und amüsant finde, als Ausgangspunkt für ein Drehbuch. Anschließend arbeiten wir immer zu zweit. Ich finde Schreiben an sich schon ziemlich kompliziert, aber allein zu schreiben, fällt mir enorm schwer. Ich langweile mich schnell alleine. Deshalb brauche ich einen Begleiter, der mich bei Laune hält, an dem man Ideen ausprobieren kann, der einen weiter bringt. Héctor hilft mir beispielsweise, in Sachen Dialoge kritischer zu sein. Unser Film handelt von der Familie, und das ist ein weites Feld, auf dem jeder von uns seine Erfahrungen gemacht hat. Also hatten wir uns doppelt so viele Geschichten zu erzählen! Soll heißen: Wir haben natürlich auch aus unserem Privatleben geschöpft. Zu guter Letzt muss ich sagen, dass Héctor natürlich auch einfach ein großartiger Schauspieler ist, was sehr dabei hilft, einzelne Sequenzen gleich plastisch durchzuspielen.

Entstanden sind dabei auch scheinbar alltägliche Szenen, die von überraschender Komik geprägt sind, etwa wenn Stéphanies ihren Termin bei der Arbeitsagentur hat.
Auch da habe ich mich von Alltagsbeobachtungen leiten lassen. Wenn der Typ vom Arbeitsamt zu Stéphanie sagt, sie solle sich zum Coach umschulen lassen, bin ich nah dran an der Realität. Man muss sich nur mal vor Augen führen, wie viele Arbeitslose tatsächlich beschließen, Coach zu werden. Als Stéphanie erkennt, dass der Job im „direkten Marketing“ genau genommen heißt, dass sie Prospekte verteilen muss, und ihr Bruder ihr vorwirft, dass sie diesen Job abgelehnt hat, schließlich gäbe es keine „blöden“ Jobs, ist das meine Reaktion auf all die Sprüche, die man sich diesbezüglich tatsächlich ständig anhören muss. Natürlich gibt es viel mehr „blöde“ Jobs als solche, die ansatzweise Spaß machen und sogar intellektuell befriedigend sind! Ich finde es großartig, dass ich mit meinen Filmen das Publikum zum Lachen bringen und ihm gleichzeitig meine Meinung zu vielen gesellschaftlichen Themen unterjubeln kann.

Stéphanie steht an einem dramatischen Wendepunkt ihres Lebens…
Eine Freundin von mir, die Architektin ist, hat mich dazu inspiriert. Sie hatte Geld, ein schönes Leben, doch plötzlich ging alles den Bach runter, weil sie einen Prozess verloren hatte. Von 100 zurück auf Null – das verkraftet niemand so leicht. Um Stéphanies altes Leben zu symbolisieren, habe ich einen relativ glamourösen Vorspann gedreht: schöne Landschaft, traumhaftes Wetter, eine sagenhaft aussehende Stéphanie am Steuer ihres offenen Audis – den sie am Ende des Vorspanns zurückgeben muss. Damit endet ihr Schlaraffenleben, und der Film beginnt.

Genau genommen ist die Figur, die Josiane Balasko spielt, die einzige, die ein zufriedenstellendes Liebesleben hat…
Genau! Meistens sind es die, die einem nicht weiter auffallen, die am glücklichsten sind. Angesichts der vorherrschenden Konventionen fällt es den meisten in unserer Gesellschaft schwer, ihren Eltern ein Sexualleben zuzugestehen. Dabei müssten die Kinder von Josiane Balasko doch froh sein, dass ihre Mutter so glücklich ist. Obwohl sie von allen die Älteste ist, ist die Mutter diejenige, die dem Leben am aufgeschlossensten begegnet – vielleicht, weil sie das Leben besser versteht als die anderen. Auf mich wirkt sie jedenfalls sehr modern. Sie führt schon lange ein Doppelleben, ohne dass ihr verstorbener Mann oder ihre Kinder je Verdacht geschöpft hätten. Auch hier habe ich mich vom wahren Leben inspirieren lassen. Ein Freund erzählte mir mal, dass er, als er zehn Jahre alt war, mit seiner Mutter eine Autopanne hatte, mitten in der Nacht. Es waren Sommerferien, und ihr Vater war den Juli über in Paris geblieben. Und wer half der Mutter? Der Nachbar aus dem zweiten Stock, der „rein zufällig“ hinter ihnen her fuhr, und dass um drei Uhr morgens mitten in der bretonischen Pampa! Nach dem Tod des Vaters sind die Mutter meines Kumpels und ihr Nachbar übrigens zusammengezogen und haben damit ihre geheime Beziehung, die schon seit 20 Jahren lief, gewissermaßen amtlich gemacht.

Wie sind Sie bei der Wahl Ihrer Schauspielerinnen vorgegangen?
Josiane, Mathilde und Alexandra haben etwas gemeinsam: Sie besitzen perfektes Timing. Das richtige Tempo zu beherrschen – das ist es, was großes Schauspiel ausmacht, ob im Drama oder in der Komödie. Alexandra Lamy ist eine Schauspielerin, wie ich sie selten erlebt habe – sie beherrscht das Komödienfach perfekt, sie geht in ihren Figuren auf, und deshalb gelingt es ihr auch, Empathie und Emotionen zu wecken. Alexandra hat etwas Bodenständiges, man glaubt ihr die Figuren, die sie spielt. Sie war mir vor allem in RICKY von François Ozon aufgefallen. Als ich Alexandra, die ich zuvor noch nicht kannte, zum ersten Mal traf, war ich sofort von ihrem Witz begeistert. Obwohl sie selbstredend eine schöne Frau ist, hatte ich den Eindruck, mit meinem besten Kumpel zusammen zu sitzen. Am Set war sie der Sonnenschein schlechthin – Allüren sind ihr absolut fremd!
Für die Rolle der Mutter wollte ich eine Schauspielerin engagieren, die an eine italienische Mama erinnert. Mit ihren Rundungen strahlt Josiane Balasko eine Sinnlichkeit aus, die gut zum erfüllten Liebesleben ihrer Filmfigur passte. Hätten wir eine kleine, spröde Dame ausgewählt, hätte es nicht so gut gepasst. Josiane ist ein sehr lebensfroher Mensch.
Für die Schwester stellte ich mir jemand besonders Attraktives vor, und Mathilde Seigner ist eine unheimlich schöne Frau. Aber sie versteht sich auch darauf, boshafte Figuren zu spielen und dennoch gleichzeitig eine gewisse Empathie zu erzeugen. Sie spielt eine unglückliche Frau, die sich selbst nicht mag und somit unfähig ist, andere zu lieben. Erst als ihr Mann sie verlässt, wird ihr klar, wie viel er ihr bedeutet. Im Übrigen findet sie es klasse, dass sie sich – vermutlich zum ersten Mal – ihrer jüngeren Schwester überlegen fühlt. Aber am Ende begräbt auch sie das Kriegsbeil.

Können Sie etwas zu Ihren männlichen Darstellern sagen? Jérôme Commandeur erinnert mich immer an Villeret, allerdings in hübscher. Im wahren Leben ist er ungeheuer witzig, und wirkt dazu relativ zerbrechlich. In WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA ist er das fünfte Rad am Wagen, eigentlich ein echt netter Kerl, aber er wirkt auch ein bisschen plump. Es war für den Fortgang der Geschichte zwar nicht zwingend notwendig, dass er Stéphanie eine Lektion in Psychologie erteilt, oder dass er eine skurrile Leidenschaft für Stabilos hegt, aber daraus ergaben sich wunderbare Komödienmomente. Ich wusste es zwar nicht vorher, aber Philippe Lefebre war rückblickend als Sohn die Idealbesetzung – er ist der Traum eines jeden Regisseurs. Er macht Vorschläge, setzt die Anweisungen, die man ihm gibt, intelligent um und spielt immer authentisch. Was den Freund der Mutter angeht, schwebte mir ein eleganter Typ vor, der mit Josiane ein plausibles Paar bilden würde. Das ist mit Didier Flamand – der sowohl vor als auch hinter der Kamera unwiderstehlich ist – hundertprozentig gelungen.


Interview mit Josiane Balasko

Was hat Sie am Drehbuch bewegt und amüsiert?
Ich fand die Geschichte sehr witzig, weil es die älteste Figur ist – also ich –, die den größten Spaß hat: Sie ist Witwe, und sie hat einen Liebhaber, den sie schon lange versteckt. Kurz gesagt, sie ist glücklicher als ihre Töchter. Natürlich liebt sie ihre Kinder, aber sie möchte auch ihr Privatleben schützen. Daraus ergeben sich viele Missverständnisse. Mir gefielen die Dialoge sehr gut, und manche Szenen – etwa das Abendessen – waren schon beim Lesen des Drehbuchs ungeheuer witzig.

Ist die von Ihnen gespielte Seniorin froh, dass ihre Tochter zurückkommt, oder empfindet sie es als Belastung?
Ich würde sagen, letzteres. Denn jetzt muss sie alle Tricks aufwenden, damit man sie nicht mit ihrem Liebhaber erwischt, mit dem Ergebnis, dass ihre Kinder glauben, dass sie womöglich Alzheimer hat. Es ist das erste Mal, dass ich eine Frau spiele, die so wenig mit mir gemeinsam hat. Sie ist ein Gewohnheitsmensch, spielt mit ihren Freundinnen Scrabble, ist sehr genau, um nicht zu sagen pingelig – alles Charaktereigenschaften, die mir fremd sind, die zu spielen aber sehr interessant war. Das ist das Tolle an meinem Beruf, dass man unterschiedlichen Rollen und Facetten auf den Grund gehen kann.

Warum zögert sie, um mit ihrer Tochter über ihren Liebhaber zu sprechen?
Weil sie schon ewig mit ihm zusammen ist. Sie hat ihn ja nicht erst im letzten halben Jahr getroffen. Obwohl sie ein ganz normales Familienleben führte, hatte sie nebenbei diese Affäre laufen. Und natürlich würde sie am liebsten auspacken. Bei dem schon erwähnten Abendessen – übrigens eine sehr komische Szene – soll es ja auch endlich so weit sein. Aber dann überlegt sie es sich doch wieder anders, weil ihre Töchter so gemein zueinander sind.

Fast so, als hätte sie auch geahnt, wie ihre ältere Tochter, gespielt von Mathilde Seigner, sich darüber aufregen wird…
Ich glaube, dass Stéphanie immer das Lieblingskind der Mutter war. Das kommt ja häufig in Familien vor. Es erklärt auch, warum Carole – die in ihrer Familie nur Caca genannt wird – sich so einen harten Panzer zugelegt hat. Ihren permanenten Frust lässt sie hauptsächlich an ihrem Mann aus, der kurz davor ist, sie zu verlassen. An besagtem Wochenende implodiert die Familie dann ja auch. Caroles Mann haut ab, und meine Kinder streiten, als gäbe es kein Morgen. Die Probleme, die Éric Lavaine ganz wunderbar beschreibt, erinnern mich an Erbstreitigkeiten in Familien, wenn man sich wegen eines Hometrainers oder ein paar Teelöffeln buchstäblich an die Gurgel geht. In dem Moment, wo es um Dinge handelt, die alle haben wollen, fließt Blut.

Erzählen Sie von Ihren Filmpartnerinnen.
Alexandra Lamy besitzt hervorragendes Timing und ist ein hundertprozentiger Profi. Sie hat immer gute Laune, sie strahlt und leuchtet. Es ist wirklich leichter, mit solchen Kollegen zu arbeiten. Wir bewundern uns schon lange gegenseitig, und unsere Begegnung hat uns nicht enttäuscht. Mathilde Seigner hatte ja schon einmal meine Tochter gespielt, und damals verpassten wir uns gegenseitig Ohrfeigen. Tatsächlich nennt sie mich inzwischen Mama. Am Set von „Maman“ hatte ich sie als herzlichen, sehr professionellen und extrem witzigen Menschen kennengelernt. Ich mag auch Cécile Rebboah sehr gern, die Stéphanies Freundin spielt und in dem Fernsehfilm „La loi de Barbara“ meine gepeinigte Sekretärin war.

Und die männlichen Figuren?
Ich bat Éric Lavaine darum, dass er die Rolle des Liebhabers mit einem alten Freund von mir besetzt, den ich schon seit 40 Jahren kenne: Didier Flamand. Ich finde, man kann sehr gut nachvollziehen, weshalb meine Filmfigur in ihn verschossen ist: Er ist attraktiv, hat noch jede Menge Charme, und er ist witzig, auch wenn sie ihm keine Chance lässt, einen Witz zu landen. Jérôme Commandeur, der bereits mit Éric Lavaine gearbeitet hatte, ist ein sehr angenehmer Mensch und versteht sich hervorragend darauf, geprügelte Hunde zu spielen. Mit Philippe Lefebvre habe ich zwar zum ersten Mal gedreht, aber wir verstanden uns bestens.


Interview mit Alexandra Lamy

Was hat Sie bewogen, in diesem Film mitzuspielen?
Als erstes das Gefühl, dass mir alle Figuren irgendwie vertraut waren. In unserer Familie ist es wie im Film: Immer wenn ich meine Mutter besuche, muss ich ihr in Sachen Internet helfen. Und als ich das letzte Mal bei ihr war, musste ich mir sogar Francis Cabrel anhören, was ich natürlich todkomisch fand. Ich bin überzeugt, dass sich jeder Zuschauer in dieser Geschichte wieder erkennt. Außerdem zeichnet sich das Drehbuch durch eine starke Geschichte aus. Ich finde Komödien gut, in denen es wirklich um etwas geht, und nicht nur Pointen am laufenden Band abgeschossen werden. Und hier handelt sich um eine großartige Komödie, die auf realistische Weise die Frage zu beantworten versucht, was man tut, wenn man alles verloren hat und gezwungen ist, wieder unter einem Dach mit seinen Eltern zu wohnen. Es gibt heutzutage viele junge Leute, die nicht das Geld für eine eigene Wohnung haben, vor allem in Paris und Umgebung.

Was sagen Sie zu dem Phänomen der „Generation Bumerang“?
Éric hat sich von Ereignissen aus seinem Umfeld zu der Geschichte inspirieren lassen. Mieten werden immer teurer, heute muss man mindestens schon drei Mal so viel wie die Miete verdienen, um über die Runden zu kommen, und braucht Leute, die die Kaution für einen übernehmen, besonders in den Großstädten. Insofern ist es für junge Menschen sehr schwer. Jeder kennt in seinem Familien- oder Bekanntenkreis solche Fälle. Und mit Kind wird die ganze Sache noch komplizierter. Stéphanie muss ihren Sohn bei ihrem Exmann lassen, weil sie ihn nicht großziehen kann.

Wie würden Sie Ihre Filmfigur beschreiben?
Stéphanie ist die Mutter eines Sohns, kann sich aber nicht um ihn kümmern, weil sie kein Zimmer mehr für den Jungen hat. Deshalb mussten wir die Figur realistisch anlegen, auch wenn es sich um eine Komödie handelte. Éric und ich haben eng zusammen gearbeitet. Wir wollten nah an der Familie dranbleiben und erzählen, was dort passiert. Wie ist man drauf, wenn man wieder bei seiner Mutter einzieht und glaubt, sich für alles rechtfertigen zu müssen, weil man einerseits das Gefühl hat, jemanden auszunutzen, und andererseits ständig mit versteckten Anspielungen konfrontiert wird. Philippe, Josiane, Mathilde und mir machte es sehr viel Spaß, diese Familie so authentisch wie möglich zu spielen. Zumal uns das Thema alle irgendwie betrifft.

Warum kehrt sie zu ihrer Mutter zurück und sucht nicht bei Freunden Unterschlupf?
Ich glaube, in solchen Momenten braucht man wirklich das familiäre Nest. Außerdem ist es offensichtlich, dass sich die beiden gut verstehen – nicht umsonst muss sich Stéphanie von den anderen ständig vorwurfsvoll anhören, sie sei Mamas Liebling. Ihren Freunden möchte Stéphanie nicht unbedingt auf die Nase binden, dass sie gerade eine Durststrecke durchmacht, dafür ist sie viel zu stolz. Aber die Rückkehr nach Hause gibt ihr Selbstvertrauen. Ich weiß, dass ich in so einem Fall auch zu meinen Eltern ziehen und mein altes Kinderzimmer beschlagnahmen würde.

Die Mutter im Film ist ein sehr ausgeglichener Mensch…
Ja, sie genießt das Leben und hat einen Neuanfang. Doch gerade deshalb ist sie gezwungen, die Wahrheit zurechtzubiegen. Kinder sehen immer nur die Mutter und nicht die Frau; wir sind überzeugt, dass unsere Mütter für immer Mütter bleiben und vergessen dabei, dass auch sie ein Recht auf Spaß und Liebe haben.

Warum fürchtet sich Stéphanie so sehr vor dem Abendessen mit ihrer Schwester?
Weil sie arbeitslos ist, und das nur schwer verkraftet. Sie fühlt sich schwach und unbehaglich, und da die Beziehung zu ihrer Schwester ohnehin schon angespannt ist, weiß Stéphanie genau, dass sie die Tatsache, dass sie am Boden liegt, schamlos auskosten wird. Außerdem möchte sie Bruder und Schwester ihr Scheitern nicht unbedingt eingestehen müssen. Sie ahnt, dass ihre Familie sie erniedrigen und sämtliche Finger in die offene Wunde legen wird. Stéphanie war immer das Lieblingskind, jetzt haben ihre Geschwister einen guten Grund, um alte Familiengeschichten wieder aufzuwärmen. Carole erträgt es nicht, dass ihre kleine Schwester zu ihrer Mutter zurückgekehrt ist. Und deshalb nimmt Stéphanie zu Recht an, dass sie ihr gemeinsam mit ihrem Bruder den Prozess machen wird.

Wie war die Zusammenarbeit mit Ihren Filmpartnern?
Ich finde, dass die Beziehung zwischen den Schwestern sehr glaubwürdig geschildert wird. Man spürt, dass es eine gewisse Hassliebe zwischen ihnen gibt. Sie lieben sich, aber sie können es sich nicht eingestehen. Weil da auch Eifersucht herrscht. Stéphanie ist nämlich das Nesthäkchen und war immer Mamas Lieblingskind. Mit Mathilde Seigner zu arbeiten, war einfach großartig, denn sie legt großen Wert darauf, dass man zusammen – und nicht nebeneinander arbeitet. Josiane Balasko bewundere ich schon seit ewigen Zeiten. Es war einfach toll, mit ihr drehen zu dürfen. Als Schauspielerin ist sie absolut zeitlos – sie wird von allen Generationen geliebt. Klar, dass man sich anfangs ein wenig beschnuppern muss, aber wir haben uns sofort verstanden und hatten wahnsinnig viel Spaß miteinander. Josiane schuftet sich einen Wolf. Wir haben häufig in unseren Garderoben geprobt, unsere Stimmen gesucht und gefunden, und gemeinsam haben wir uns auch Vorschläge überlegt.

Wäre Stéphanie denn wirklich so schockiert, wenn sie erfahren würde, dass ihre Mutter einen Freund hat?
Na ja, delikat ist so eine Situation schon. Es besteht ja immerhin die Gefahr, dass Stéphanie glaubt, dieser Mann würde den Platz ihres Vaters einnehmen. Aber heutzutage werden die Menschen immer älter, und viele Senioren haben noch ein aktives Liebesleben. Für die Kinder ist das immer kompliziert. Man wirft den Müttern vor, dass sie sich zu schnell vom Tod des Vaters in eine neue Beziehung stürzen, aber das ist natürlich sehr egoistisch gedacht. Schließlich sind wir auch nicht immer für unsere Eltern da, wenn sie uns brauchen. Trotzdem fällt es uns schwer zu glauben, dass es neben den Kindern noch ein anderes Glück für sie geben kann. Stéphanie muss sich zunächst mal mit dem Gedanken anfreunden, dass es noch einen anderen Menschen im Leben ihrer Mutter gibt. Aber im Grunde freut sie sich für sie, davon bin ich überzeugt.

Wie arbeitet Regisseur Éric Lavaine mit seinen Schauspielern?
Ich habe es jedenfalls genossen! Wir sind uns vor langer Zeit mal begegnet, und ich hatte zwei, drei Dinge gesagt, über die er lachen musste. Für mich ist ein Mensch mit Humor automatisch auch ein intelligenter Mensch. Als ich das Drehbuch las, musste ich spontan lachen, und als wir uns dann trafen, merkten wir sofort, dass wir beide in Sachen Film auf einer Linie lagen. Wir hatten wirklich viel Spaß, und gleichzeitig ist Éric ein echtes Arbeitstier. Alle glauben, Komödien zu drehen, wäre kinderleicht. Dabei ist es das Genre, das die meiste Arbeit erfordert. Éric führt seine Schauspieler auf wunderbare Weise: Er ist sehr präzise, er hört zu und er muntert einen ständig auf, eigene Vorschläge zu machen. Er hat ein Gespür für Rhythmus, er schreibt sehr gut, und er gibt seinen Darstellern Selbstvertrauen. Er ist ein fröhlicher Mensch, und wenn man eine gute Idee hat, lässt er sich davon begeistern und will sie gleich ausprobieren. Ehrensache, dass wir demnächst wieder einen Film zusammen machen werden.

Cast & Crew

  
Besetzung
StéphanieALEXANDRA LAMY
JacquelineJOSIANE BALASKO
CaroleMATHILDE SEIGNER
NicolasPHILIPPE LEFEBVRE
AlainJÉRÔME COMMANDEUR
CharlotteCÉCILE REBBOAH
JeanDIDIER FLAMAND
  
Stab
RegieÉRIC LAVAINE
DrehbuchHECTOR CABELLO REYES
ÉRIC LAVAINE
ProduzentenVINCENT ROGET
JÉRÔME SEYDOUX
Ausführender ProduzentGALA VARA EIRIZ
KameraFRANÇOIS HERNANDEZ
SchnittVINCENT ZUFFRANIERI
SzenenbildISABELLE QUILLARD
KostümBRIGITTE FAUR-PERDIGOU
TonFRANÇOIS DE MORANT
SAMY BARDET
THIERRY LE BON
MusikFABIEN CAHEN